Entstehung

„Nur wenn wir gut stehen, können wir andere gut halten.“

Kati Bohnet

Die Idee zum Bildungszentrum und Netzwerk ist 2014 in einer Mittagspause mit Ale Duarte entstanden, als es um die Herausforderungen von Disaster Response Teams im Einsatz in Krisengebieten oder nach Naturkatastrophen ging. Er erzählte, dass die Teams häufig zerbrächen, da sie in der Zeit des Einsatzes nur für andere da seien und kaum auf ihre eigenen Kräfte, Bedürfnisse und Teamprozesse achteten. Viele der ihm bekannten Teams hätten sich nach fantastischen Einsätzen überworfen und seien im Streit auseinandergegangen.

Wie tragisch. Und dabei sind diese Helfenden doch diejenigen, die die Menschen vor Ort nach einer Katastrophe am meisten zum Bewältigen der Situation brauchen. Und wenn wir in unseren Alltag schauen – jetzt gerade in der Corona-Zeit wird es so deutlich –, dann sehen wir, wie wichtig die helfenden Berufe sind, wie essentiell, ja systemrelevant. Ohne sie läuft nichts. Daher hat sich das Projekt helpers circle von der ursprünglichen Zielgruppe – den humanitär Helfenden – auf die große Gruppe der Helfenden aus allen Bereichen ausgeweitet. Helfende sind für mich Menschen, die sich für einen bestimmten – oder auch oft unbestimmten – Zeitraum in den Dienst anderer Personen stellen und währenddessen ihre Bedürfnisse hintenan stellen.

Mit dem Bildungszentrum helpers circle habe ich zunächst meine Erfahrungen als Therapeutin und Dozentin/Trainerin zusammengebracht und die 9-tägige Fortbildung „Selbstregulation und Selbstschutz für Helfende“ entwickelt. Die „Emotionale Erste Hilfe“ habe ich schließlich daraus als eigenes Feld hervorgehoben, da diese Übungen in meinen Augen einfach sehr hilfreich sind und ich möchte, dass sie sich weit verbreiten. Mit dem Kinderbuch „Die Reise des Schmetterlings – Stressregulation für Kinder“ haben Menschen, die mit Kindern Zeit verbringen, ein tolles Werkzeug in der Hand.

Das Netzwerk helpers circle war von Anfang an auch Teil meiner Vision, doch ich musste auch feststellen, dass neben vollem Praxisbetrieb, zwei jugendlichen Kindern und dem Aufbau des Bildungszentrums doch nur ein Schritt nach dem anderen funktioniert. Also musste das Netzwerk warten. Doch nun in dieser verrückten Zeit der Corona-Pandemie, als auch mehrere meiner Seminare abgesagt werden mussten und ich im Internet mit verfolgen konnte, wie viele tolle Online-Angebote dort bereits von Kolleg*innen vorhanden sind bzw. gerade entwickelt werden, war der richtige Zeitpunkt gekommen. In Quarantäne, mit Online-Klient*innen, Schule zu Hause und den Katzen (die immer wieder auch in den Videos auftauchen) habe ich mit einem wahnsinnig tollen und engagierten Web-Team innerhalb von drei Wochen diese Website entwickelt und umgesetzt. Da sind wir ein bisschen stolz drauf und ohne Quarantäne, Kontaktbegrenzung und Begeisterung wäre das nicht möglich gewesen. — Kati Bohnet