Fort­bildung

Selbstregulation und Selbstschutz für Helfende

Diese neuntägige, dreimodulige Fortbildung (3 + 3 + 3 Tage) richtet sich an Helfende aus den Bereichen: Erzieher_innen, Lehrkräfte, Soziale Arbeit, Pfleger_innen, Polizei, Feuerwehr, Eltern, Jugendamt, Beratungsstellen, Hebammen, Jurist_innen und Richter_innen, Therapeut_innen, etc.

Diese Fortbildung soll Helfenden eine profunde Basis an Traumakompetenz vermitteln. Es geht dabei nicht nur um rein theoretisch vermitteltes Wissen, sondern viel mehr um das Begreifen, das körperliche Erfassen von neurobiologischen Prozessen, ein Verstehen, das im Kopf und im Körper entsteht. Dieses so gewonnene Wissen kann anschließend im bestehenden Beruf, im Privatleben und mit sich selber angewendet werden.

Die Module Selbstregulation, Grenzen & Sicherheit, Emotionale Erste Hilfe, Selbstfürsorge und Spielwiese sorgen für eine ganzheitliche Erfahrung von Traumakompetenz und Selbstfürsorge, die mehr Sicherheit und Balance in das eigene Arbeitsleben bringen.

Die Teilnehmer_innenzahl der Fortbildung ist auf 12 Personen beschränkt.

Die Module im Überblick

Modul 1: Selbstregulation

Theorie & Praxis (3 Tage)

Dieser Workshop bildet die Grundlage für unsere weitere Arbeit. Das Nervensystem eines jeden Säugetiers kann sich selber regulieren – von der Aktivierung wieder hin zur Homöostase. Doch manchmal ist aus unterschiedlichen Gründen dieser neurobiologische Prozess gestört und die Aktivierung bleibt bestehen. Dann ist das System durcheinander, und es entwickelt unterschiedliche Bewältigungsstrategien, um am Leben zu bleiben. Diese sind jedoch später vielleicht gar nicht mehr angemessen. Daraus können sich Traumasymptome entwickeln.

Durch theoretische und praktische Einheiten lernen Sie die natürlichen, neurobiologischen Prozesse der Selbstregulation und den Zusammenhang zu unseren Überlebensimpulsen Kampf, Flucht und Erstarrung (Fight/Flight/Freeze) kennen. Dadurch können Sie besser erkennen, was in Ihrem Gegenüber (oder in Ihnen selber) vorgeht und durch entsprechende nicht-therapeutische Interventionen das Nervensystem unterstützen, zur Selbstregulation zurückzukehren.

Basis dieses Moduls ist das Wissen aus Somatic Experiencing (SE)® nach Dr. Peter Levine, der Polyvagal-Theorie nach Dr. Stephen Porges, Bindungstheorie, Integrativer Gestalttherapie, Achtsamkeitstraining und Meditation.

Modul 2: Grenzen und Sicherheit

Das Erleben von Sicherheit (3 Tage)

Das Empfinden von Sicherheit ist sehr individuell. Gesunde Grenzen sind eine wichtige Voraussetzung für das persönliche Sicherheitsgefühl und für eine gesunde Beziehung zu anderen Menschen. Denn nur wenn wir uns sicher fühlen, wir mit uns selber gut im Kontakt sind und unsere Bedürfnisse wahrnehmen können, sind wir in der Lage, unsere Bedürfnisse von denen anderer zu unterscheiden und in einen gesunden Kontakt und Austausch zu treten.

In diesem Modul geht es darum, herauszufinden, wie Sie merken, dass Sie sich sicher fühlen. Wie ist Ihr ganz eigener Raum beschaffen? Und wie muss dieser Raum sein, damit Sie sich wirklich sicher fühlen? Wie teilt Ihr Köper Ihnen das mit? Wie nehmen Sie wahr, dass jemand mit Ihnen in Kontakt geht? Wie merken Sie, dass Ihnen eine Person oder eine Situation zu nahe kommt? Was passiert mit Ihnen, wenn Sie jemand um Hilfe bittet? Gehen Sie über Ihre eigenen Grenzen? Verlassen Sie Ihren Raum? Was unterstützt Sie, Nein zu sagen? Wie können Sie bei sich bleiben?

All diesen Fragen gehen wir in praktischen Übungen nach. Jede_r geht seinen / ihren eigenen Weg dabei. Keiner dieser Wege ist richtig oder falsch. Ihr Weg ist Ihr Weg. Darum geht es.

In diesem Selbsterfahrungs-Modul legen wir Ihre persönliche Basis für Ihre gesunde Arbeit als Helfer_in.

Grenzen und Sicherheit
Modul 3: Emotionale Erste Hilfe

Für uns und andere (1 Tag)

Aus dem Wissen um die neurobiologischen Abläufe im Nervensystem eines Menschen können wir Techniken ableiten, die uns dabei helfen, den natürlichen Selbstregulationsprozess in stressreichen, überfordernden oder überwältigenden Situationen wieder in Gang zu bringen. Dadurch sind wir in der Lage, einer Traumatisierung vorzubeugen bzw. aus einer hohen Aktivierung wieder in einen regulierteren Zustand zu gelangen.

Diese Übungen können wir für uns selber anwenden, wenn wir in der Arbeit mit Helfenden aktiviert werden und unsere eigene Selbstregulation wieder in Gang bringen möchten. Und wir können sie als helfende Person mit Menschen in emotionaler Notlage anwenden.

Emotionale Erste Hilfe
Modul 4: Selbstfürsorge

Für mich. Sonst niemanden. (1 Tag)

Wir alle sind uns bewusst, dass es wichtig ist, gut für uns selbst zu sorgen. Doch wie oft ignorieren wir dieses Wissen. Pause machen heißt nicht unbedingt, lediglich damit aufzuhören, was man vorher getan hat. Wie kann ich meine Pausen und meinen Alltag bewusst gestalten, um mich zu stärken? An diesem Tag sollen Sie für sich herausfinden, welche Personen, Tätigkeiten, Umgebungen etc. Sie nähren und Ihnen Kraft geben und was in Ihrem Leben Ihnen Energie raubt. Durch körperorientierte Übungen werden wir Ihr Gefühl für Ihre eigenen Bedürfnisse stärken.

Nur so sind wir in der Lage, unseren Bedürfnissen auch die Beachtung zu geben, die sie benötigen. In der Arbeit mit traumatisierten oder von Trauma bedrohten Menschen, geht es uns Helfenden meistens besser als den Betroffenen. Im direkten Vergleich verlieren wir fast immer. Das macht es umso wichtiger, dass wir für uns selber sorgen.

Selbstfürsorge
Modul 5: Spielwiese

Ein Ort, um sich auszuprobieren, zu vernetzen und Gelerntes zu integrieren (1 Tag)

Die Spielwiese ist ein von der Trainerin begleiteter Raum, in dem Sie das Erfahrene ausprobieren und integrieren können. Sie haben die Möglichkeit, offene Fragen zu klären und im Austausch mit anderen Ihre eigene Art und Weise zu finden, das neue Wissen anzuwenden. Sie können für eigene Projekte mit anderen brainstormen, Sie können ausprobieren, wie Sie eine Übung anleiten oder etwas erklären. Sie können Pläne schmieden, Konzepte entwickeln, sich zusammentun. Sie dürfen sich das holen, was Sie noch benötigen, um „flügge“ zu werden. Dass dabei Fehler gemacht werden, ist ausdrücklich erwünscht.

Spielwiese

Die Dozentin:

Dipl.-Math. Kati Bohnet (Heilpraktikerin für Psychotherapie)

Kati Bohnet ist Integrative Gestalttherapeutin und Somatic Experiencing (SE)® Praktizierende (SEP) in eigener Praxis in Berlin-Friedrichshain. Ihr Schwerpunkt in der Arbeit liegt in der Bewältigung von Traumata bei Erwachsenen und Kindern.

Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin des Bildungszentrums und Netzwerks helpers circle, mit dem sie das Wissen über Trauma, Selbstregulation und auch Selbstschutz für Helfende mehr in den Fokus der Gesellschaft bringen möchte.

Seit 2009 unterrichtet Kati Bohnet regelmäßig an Hochschulen, in Vereinen, im Bildungszentrum helpers circle, für den DRK Landesverband Schleswig Holstein und den Senat Berlin zum Thema Trauma.

In ihre Arbeit fließen die Lehren von Dr. Peter Levine, Dr. Stephen Porges, Dr. Kathy Kain und Ale Duarte sowie ihre vielfältigen “Alltagserfahrungen“ aus der Praxis ein. Sie gehörte zum Organisationsteam der 2. Europäischen Konferenz für Somatic Experiencing 2018 in Potsdam.

Termine:

Gruppe 1

Modul 1: Do – Sa 27.-29.09.2018
Modul 2: Do – Sa 11.-13.10.2018
Module 3–5: Do – Sa 22.-24.11.2018
Ort: Gutshof Einklang in Müncheberg (Link: www.gutshof-einklang.de)

Unterkunft: vor Ort möglich. Die Unterkunft in einem Einzel- oder Mehrbettzimmer kostet insgesamt 228 Euro Euro bzw. 144 Euro. Im Ort gibt es auch noch einen weiteren Gasthof, der ggf. weitere EInzelzimmer für 30 Euro / Nacht zur Verfügung hat.
Verpflegung: 30 Euro pro Tag inkl. Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie Tee/Kaffee und Knabbereien/Obst

Gruppe 2

Modul 1: Fr - So 15. - 17.03.2019
Modul 2: Fr - So 05. - 07.04.2019
Module 3–5: – Fr - So 17. - 19.05.2019
Ort: Gutshof Einklang in Müncheberg (Link: www.gutshof-einklang.de)

Unterkunft: vor Ort möglich. Die Unterkunft in einem Einzel- oder Mehrbettzimmer kostet insgesamt 228 Euro Euro bzw. 144 Euro. Im Ort gibt es auch noch einen weiteren Gasthof, der ggf. weitere EInzelzimmer für 30 Euro / Nacht zur Verfügung hat.
Verpflegung: 30 Euro pro Tag inkl. Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie Tee/Kaffee und Knabbereien/Obst

 

Gruppe 3

Modul 1: Do - Sa 19. - 21.09.2019
Modul 2: Do - Sa 24. - 26.10.2019
Module 3–5: Do - Sa 21. - 23.11.2019
Ort: Gutshof Einklang in Müncheberg (www.gutshof-einklang.de)

Unterkunft: vor Ort möglich. Die Unterkunft in einem Einzel- oder Mehrbettzimmer kostet insgesamt 228 Euro Euro bzw. 144 Euro. Im Ort gibt es auch noch einen weiteren Gasthof, der ggf. weitere Einzelzimmer für 30 Euro / Nacht zur Verfügung hat.
Verpflegung: 30 Euro pro Tag inkl. Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie Tee, Kaffee und Knabbereien / Obst

Kosten:

Regulär:                                        1.750 Euro (inkl. 19% MwSt.)
Ehrenamtlich Tätige:                 1.450 Euro (inkl. MwSt.) (Nachweis erforderlich)

Frühbucher*innen-Tarif (bis 10 Wochen vor Fortbildungsbeginn):
Regulär:                                        1.450 Euro (inkl. 19% MwSt.)
Ehrenamtlich Tätige:                1.150 Euro (inkl. MwSt.) (Nachweis erforderlich)

Es handelt sich bei dieser Fortbildung nicht um eine SE-Fortbildung (Somatic Experiencing®). Sie befähigt Sie ausdrücklich nicht, Somatic Experiencing (SE)® zu praktizieren, zu unterrichten oder therapeutisch anzuwenden. Bei weiterführendem Interesse finden Sie hier Fortbildungsmöglichkeiten zum Somatic Experiencing Practicioner (SEP) www.somatic-experiencing.de