Disasterkitchen

Das ist ein Pfannkuchen oder da ich in Berlin lebe ein Eierkuchen. Er sieht nicht rund aus, er ist nur halb gar und eben völlig misslungen. Das passiert bei uns manchmal und daher haben wir einen imaginären Familienblog mit Namen #disasterkitchen. Heute war es also mal wieder soweit. Manchmal weiß ich nicht, woran es liegt, diesmal schon: 

Die Schüssel war zu klein und ich habe zuerst die Eier und die Hafermilch schön schaumig geschlagen und beim Dinkelmehl ist dann alles übergeschwappt. So kam es dann dazu, dass einfach zu wenig Mehl im Teig war und wir einen neuen Beitrag für unseren Disasterkitchen-Blog. 

Und dann musste ich daran denken, dass das ja wie beim Menschen ist. Manchmal können wir auch die guten und schönen Dinge nicht alle halten, weil unsere ‚Schüssel‘, unser Container, unsere Resilienz nicht groß genug ist. Und dann schwappt was über und dann sind es Disaster-Eierkuchen. Wenn wir ‚zu viel‘ Schönes erleben, unsere Resilienz das aber gar nicht halten kann, dann geschieht manchmal das gleiche in uns, als wenn wir die Angst, Wut, Trauer nicht mehr halten können. Denn das Nervensystem unterscheidet nicht, ob es sich um angenehme oder unangenehme Sachen handelt. Wie die Schüssel. Voll ist voll. 

Also kann schweres Verliebtsein oder ein wunderschönes Erlebnis manchmal dazu führen, dass unser Alarmsystem aktiviert wird und wir mit Überlebensimpulsen oder Strategien, die die Situation wieder handelbarer machen, reagieren. 

Manchmal streiten wir uns dann, weil wir das Glück nicht halten können. Macht ja erst einmal keinen Sinn. 

Aber mit dem Verständnis von Nervensystem schon. 

Euch allen leckeres Essen heute und einen schönen Sonntag. 

Kati Bohnet

Kati Bohnet

Diplom-Mathematikerin, Integrative Gestalt- und Traumatherapeutin (Somatic Experiencing®), Gründerin und Leiterin des Bildungszentrums und Netzwerkes helpers circle
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